Fluktuation schmeckt besonders dann ganz schön sauer, wenn deine besten Mitarbeiter kündigen. Fluktuation gibt an, wie oft deine Leute kündigen und du sie durch neue Mitarbeiter ersetzten musst. Und das mit dem „Ersetzen“ gestaltet sich in der heutigen Zeit immer schwieriger. Gute Leute gibt es nun mal nicht wie Sand am Meer. Darum solltest du sie hegen und pflegen.

Im letzten Beitrag „Mitarbeiterproduktivität zahlt sich in barer Münze aus“ hast du gelernt, dass es zwei wesentliche Faktoren gibt, die sich auf deinen Gewinn auswirken und die direkt mit Mitarbeitern und deiner Führungskompetenz zu tun haben.

  1. Das erste ist: Die Produktivität – also wie effizient arbeiten deine Leute
  2. Das zweite ist: Die Fluktuation – also wie lange bleiben deine Mitarbeiter im Unternehmen

Weshalb du die Fluktuation im Auge behalten solltest

Ich will es dir kurz an einem Beispiel zeigen. Die Fluktuation variiert sehr stark von Branche zu Branche. Der öffentliche Dienst hat mit 13% die niedrigste Fluktuation und das Gastgewerbe und die Landwirtschaft mit 70% die höchste (siehe Haufe Report).

In den meisten Unternehmen schenkt man der Zahl zunächst keine große Beachtung, was ein fataler Fehler ist. Warum? Das erfährst du gleich.

Kosten für Neueinstellung eines Mitarbeiters

Wie entwickeln sich die Kosten, wenn jemand kündigt und ein neuer Mitarbeiter eingestellt werden muss?

Richtig. Bei einer Neueinstellung entstehen grundsätzlich Kosten:

  • Anzeigen müssen geschaltet werden
  • Oder Personalagenturen oder Headhunter eingeschaltet werden
  • Das Bewerbungsverfahren bindet Ressourcen in der Personal- und der Fachabteilung
  • Ja, und wenn jemand eingestellt ist, muss er erst eingearbeitet werden.

Dabei kommen schon erhebliche Kosten zusammen. Die sind allerdings nichts im Vergleich zu den Produktivitätskillern.

Produktivitätskiller: Kündigung

Was glaubst du, wie produktiv ist wohl jemand deiner Meinung nach in den letzten drei Monaten vor seinem Austritt? Was meinst du?

Nun, vermutlich nicht mehr so wirklich produktiv, richtig? Jemand, der einen unliebsamen Job kündigt, schaltet innerlich schon lange vor dem letzten Tag ab. Er ist in den letzten drei Monaten maximal nur mit einer Produktivität von 50% aktiv. Und dennoch zahlst du einem solchen Mitarbeiter 100% Gehalt.

Produktivitätsbremse: Neueinstellung

Gut. Jetzt frage ich dich, wie produktiv ist jemand, der neu in einem Unternehmen anfängt in den ersten drei Monaten? Schätze mal.

Richtig, der ist wiederum wenig produktiv. Denn In den ersten drei Monaten muss er erst einmal alle Leute, Kunden, Lieferanten und Prozesse kennenlernen. Da kann er noch nicht voll produktiv arbeiten. Bis eine neuer Mitarbeiter wirklich „voll im Saft“ steht, dauert es mindestens drei Monate. In komplexeren Aufgabenfeldern und größeren Unternehmen auch durchaus bis zu sechs oder zwölf Monate.

Ergo arbeitet ein neuer Mitarbeiter ebenfalls mit maximal 50% Produktivität in den ersten Monaten.

Umsatz-Risiko: Fluktuation

So, aber das ist noch nicht alles. Wenn Kunden, Lieferanten und Hersteller mit neuen Leuten zu tun haben, die nicht 100% produktiv sind, dann machen sie schlechte Erfahrungen. Denn sie erhalten nicht mehr den gewohnten Service. Menschen mögen Veränderungen generell nicht, und besonders dann nicht, wenn sie für sie persönlich Nachteile bedeuten.

Ja, und was macht ein Kunde, der nicht mehr den gewohnten Service erhält? Was machst du in einem solchen Fall? Genau! Im Zweifel sucht der Kunde sich eine andere Firma, der er sein Geld gibt. Denn Produkte sind zunehmend austauschbar. Heute unterscheidest du dich vom Wettbewerb im Wesentlichen durch deinen Service und die Zuverlässigkeit. Und genau die beiden Aspekte leiden, wenn deine Produktivität im Unternehmen in die Knie geht. Somit ist eine hohe Fluktuation immer auch ein Umsatzrisiko für dich.

Wie berechnest du nun den Einfluss von Fluktuation?

Lass mich dir kurz an einem Rechenbeispiel zeigen, was dir die Reduzierung deiner Fluktuationsrate an zusätzlichem Gewinn verschafft. In diesem Video erfährst du, wie du deinen Gewinn durch geringer Fluktuation steigerst.

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Fluktuation und Führung

So, jetzt fragst du dich sicher: Was hat das mit Führung zu tun? Sehr viel sogar!

Denn je besser ein Mitarbeiter seine Stärken in deinem Unternehmen ausleben kann, je besser er sich einbezogen fühlt und je mehr er merkt, dass seine Meinung wertgeschätzt wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass er langfristig deinem Unternehmen treu bleiben wird und hochmotiviert und produktiv arbeitet.

Und genau da kommt deine Führungskompetenz ins Spiel. Deine Aufgabe ist es, die Mitarbeiter gemäß ihrer Stärken einzustellen und einzusetzen. Dein Tagesgeschäft sollte im Wesentlichen daraus bestehen, deine Mitarbeiter zu fördern und zu fordern. So stellst du die strategischen Weichen für dein Unternehmenswachstum in Zukunft.

Denn wenn du deine Mitarbeiter fortwährend kontrollieren musst, um sicherzugehen, dass sie auch wirklich das tun, was du von ihnen erwartest, dann hast du entweder die falschen Leute eingestellt oder einen schlechten Führungsjob gemacht.

Du siehst, es zahlt sich in barer Münze aus, wenn du in Mitarbeiterführung investierst!


Dagmar Gerigk
Dagmar Gerigk

Dagmar Gerigk ist Inhaberin von Vamos! Sie coacht Unternehmer und Manager, ihren individuellen Führungsstil auf digitale Führung, Agilität und stabiles Wachstum auszurichten und sich damit von der gesamten Konkurrenz abzuheben. RESULTAT: Mehr Leistung als je zuvor.