Die Produktivität ist eine Personalkennzahl, die sich direkt auf den Deckungsbeitrag, also den Gewinn, deines Unternehmens auswirkt. Dennoch schauen die meisten Unternehmer auf Umsatz als Kennzahl.

Und das kann unter Umständen gravierende Folgen für den Unternehmenserfolg haben. Als Führungskraft sollte dein Interesse primär der Produktivität deiner Mitarbeiter gelten. In diesem Beitrag erfährst du, weshalb das so ist und wie die Produktivität beeinflusst.

Produktivität und Deckungsbeitrag

Die Mitarbeiterproduktivität besagt, wie effizient deine Mitarbeiter im Sinne eurer Wertschöpfung arbeiten - sprich inwieweit sie zu eurer Gewinnerzielungsabsicht beitragen. 

Ineffizientes Arbeiten hat zur Folge, dass es bei den Arbeitsabläufen zu vielen Reibungsverlusten kommt. Das bedeutet, dass Dinge in der Organisation hängen bleiben oder nur langsam vorankommen. 

In einer solchen Atmosphäre kannst du häufig das "Not My Job" Syndrom beobachten. Die Leute kommunizieren nicht vernünftig miteinander und niemand scheint sich wirklich verantwortlich zu fühlen. Vermutlich kennst du das aus deinem Berufsleben. 

Die Folgen von derart  mangelnder Kommunikation sind immens. Zum einen leidet der Teamgeist darunter. Viel gravierender noch ist aber der negative Einfluss auf den Gewinn des Unternehmens.

Einfluss auf den Deckungsbeitrag

Prozesse, die langsam vonstatten gehen, kosten unnötig Ressourcen, die dem Unternehmen an anderer Stelle fehlen. 

Was viele Unternehmer häufig nicht beachten, ist die Tatsache, dass ineffizientes Arbeiten sich Unternehmensgewinn schmälert und sich negativ auf den Deckungsbeitrag auswirkt. 

Indem du die Mitarbeiterprogarduktivität steigerst, kannst du deutlich mehr Deckungsbeitrag erwirtschaften, als wenn du deinen Fokus ausschließlich auf Umsatzsteigerung legst. 

Denn es ist wesentlich wirtschaftlicher, durch produktivere Prozesse bei gleicher Auftragslage mehr Gewinn zu erwirtschaften. Schauen wir uns einmal an, was das bedeutet.

Produktiv versus unproduktiv

Produktive Mitarbeiter erledigen ihre Aufgaben zügigpünktlich und komplett. Vor allem aber tun sie das selbständig

Unproduktive hingegen verbummeln viel Zeit mit Schwätzchen auf dem Gang, machen übermäßig lange Pausen und reagieren meist nur auf Anweisung. Sie denken und handeln also nur bedingt im Sinne eurer Wertschöpfung.

Ob sich deine Mitarbeiter nun produktiv oder eher unproduktiv verhalten, das hängt im Wesentlichen von eurer Firmenkultur und von eurem Führungsstil innerhalb der Firma ab. 

Je stärker deine Führungskräfte sind und ihre Leute wirklich fördern und fordern, desto produktiver ist deine Organisation. Aber dazu später mehr.

Produktivität berechnen

Natürlich kannst du dafür komplexe Rechenmodelle anstellen. Musst du aber gar nicht. Für den ersten Einstieg reicht einfach deine persönliche Einschätzung. Denn schließlich kennst du dein Unternehmen vermutlich aus dem Effeff. 

Du kannst also anhand einiger Fragen ganz schnell und simpel überprüfen, wie es um die Mitarbeiterproduktivität in deinem Unternehmen steht.

Das gibt dir das schon einen guten Richtwert. Später kannst du den Wert anhand von genaueren Berechnungen überprüfen. Hier in diesem Video zeige ich dir diese schnelle Methode.

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Übrigens kannst du die im Video gezeigte Checkliste hier kostenlos herunterladen und für dich und dein Unternehmen nutzen.

Produktivität steigern: Was bringt es in Euro?

Nehmen wir nun einmal an, deine Produktivität anhand dieser Einschätzung beträgt wie im Beispiel des Videos 68%. 

Und nehmen wir weiter an, ein Unternehmen hat 100 Mitarbeiter und erwirtschaftet pro Mitarbeiter einen Nettogewinn von 100.000 Euro. 

Auf unser Beispiel bezogen bedeutet das: Bei einer aktuellen Produktivität von 68% erwirtschaftet rechnerisch jeder Mitarbeiter 100.000 Euro Gewinn.

Was passiert nun, wenn die Produktivität von 68% auf 80% gesteigert werden könnte? Wieviel mehr Gewinn würdet das Unternehmen dann machen? Dazu stellen wir einfach einen Dreisatz auf:

Annahmen
100 Mitarbeiter
68% = 100.000 Euro Gewinn pro Mitarbeiter
80% = x Euro Gewinn pro Mitarbeiter

Dreisatz
x = 80 x 100.000 : 68 = 117.647 Euro Gewinn pro Mitarbeiter

1,8 Millionen Euro mehr Gewinn!

Durch die Produktivitätssteigerung macht der Betrieb also 17.647 Euro mehr Gewinn pro Mitarbeiter. Bei 100 Mitarbeitern macht das also eine Netto-Gewinnsteigerung von 1.76 Millionen Euro aus!

Das sind knapp 18% mehr Gewinn als vorher. Und das bei gleich bleibenden Kosten und gleicher Auftragslage

Das bedeutet, dass unser Beispiel-Unternehmen hier ohne Mehraufwand knapp 1,8 Millionen Euro mehr Gewinn macht. Und das ganz ohne auch nur einen Cent in die Akquise von mehr Umsatz zu investieren. 

Zusatznutzen von Produktivität

Neben der reinen Gewinn-Steigerung profitiert das Unternehmen allerdings noch weiter. Denn eine bessere Produktivität führt automatisch zu reibungsloseren Prozessen. Die Mitarbeiter bekommen mehr in der selben Zeit geschafft, weil sie effizienter arbeiten

Reibungsverluste nehmen ab

Dinge bleiben nicht mehr liegen oder versickern in der Organisation. Nervige Hänger wie „Ich komm da nicht weiter, weil Kollege Meier noch nicht geantwortet hat“ nehmen ab. 

Die Führungskraft muss folglich weniger häufig schlichtend eingreifen, weil Vieles sich von selbst regelt. Das bedeutet, sie erhält wertvolle Zeit für wichtigere Dinge wie beispielsweise die Weiterentwicklung des Unternehmens oder des Teams. 

Die Motivation steigt

Daraus resultiert ein besseres Arbeitsklima. Und das letztlich trägt zu mehr Mitarbeiter-Motivation und Zufriedenheit bei.

Na, und das brauche ich dir nicht zu erklären: Ein gutes Betriebsklima ist ein Garant dafür, dass Mitarbeiter gerne und lange dem Unternehmen treu bleiben

Denn Menschen, die einer erfüllenden Tätigkeit nachgehen, wo sie ihre persönlichen Stärken ausleben können, sind deutlich produktiver, als Menschen, die etwas tun, was sie nicht erfüllt. 

Und Mitarbeiter, die auf Zack sind, weil sie genau die Dinge tun, die sie gut und gerne tun, die begeistern die Kunden. Schließlich kaufst auch du vermutlich lieber da, wo du ein positives Einkaufserlebnis hast, oder?

Und was machen begeisterte Kunden und Lieferanten? Richtig! Sie werden lieber und mehr Geschäft mit deinem Unternehmen machen. Und sie werden euch weiterempfehlen.

Produktivität steigern

Soweit hört sich das gewiss einleuchtend an. Wie aber lässt sich nun die Produktivität steigern? Dazu lass uns einfach einmal schauen, wie die erfolgreichen Firmen dieser Welt das machen ...

Firmen wie Apple, Google oder Netflix sind 40% produktiver als ihre Konkurrenz. Dazu habe ich bereits einen separaten Blog-Artikel "Warum Mitarbeiter bei Apple und Google produktiver sind" geschrieben.

Das Erfolgsgeheimnis ist, dass sie konsequent in inspirierende Führung investieren. Denn sie wissen und messen, dass gute Führung sich in barer Münze auszahlt.

Ein weiteres Beispiel ist die Firma Dell Technologies. Sie hat für sich festgestellt, dass Verkaufsteams um 6% produktiver sind, wenn sie einen inspirierenden Verkaufsleiter haben als die, die einen durchschnittlichen Verkaufsleiter als Führungskraft haben. 

Und wenn man diese 6% extrapoliert, dann führt die Mehr-Produktivität bei Dell zu 1 Milliarde mehr jährlichem Umsatz

Im Umkehrschluss wird dadurch sehr gut deutlich, was schlechte Führung eine Firma kosten kann.

FAZIT

Indem ein Unternehmen die Produktivität seiner Belegschaft steigert, erwirtschaftet es deutlich mehr Gewinn als durch bloße Umsatzsteigerung. Der Schlüssel zu besserer Produktivität ist Führung.

Denn die Teams von inspirierenden Führungskräften sind deutlich produktiver und motivierter als die von durchschnittlichen Chefs. Das haben Firmen wie Google und Netflix begriffen. 

Welche Taktiken und Werkzeuge du brauchst, um zum inspirierenden Chef zu werden, lernst du in meinem 7-wöchigen Leadership PraxisCoaching. 

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Dagmar Gerigk
Dagmar Gerigk

Dagmar ist Leadership Coach und Trainer sowie Expertin für New Work. Sie entwickelt starke Leader, die inspirierend führen - vor Ort, hybrid und digital auf Distanz. Resultat: Motivierte Teams und überproportionale Ergebnisse!